WIEN: Die jährliche Inflation in Österreichsank im Januar 2026 auf den niedrigsten Stand seit 13 Monaten. Ein deutlicher Rückgang der Strompreise trug dazu bei, das allgemeine Verbraucherpreiswachstum wieder auf das Niveau von Ende 2024 zu senken. Statistik Austria bestätigte, dass der Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 % gestiegen ist, nach 3,8 % im Dezember 2025. Auch der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der für EU-weite Vergleiche herangezogen wird, legte im Januar um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr zu.

Die Preise sanken gegenüber Dezember um 0,7 % im Monatsvergleich. Dies spiegelte die allgemeinen Rückgänge bei den Energie- und Brennstoffkosten der Haushalte zu Jahresbeginn wider. Statistik Austria führte die Verlangsamung größtenteils auf den Stromsektor zurück und verwies auf die veränderte Vergleichsbasis nach dem Auslaufen der vorherigen Strompreisobergrenze sowie auf die im Januar 2026 in Kraft getretenen niedrigeren Stromsteuern. Die Januarwerte markierten eine deutliche Abkühlung gegenüber Ende 2025, als in mehreren Dienstleistungskategorien noch ein starkes Wachstum zu verzeichnen war.
Die Strompreise sanken im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent. Laut Statistikamt reduzierte dies die Gesamtinflationsrate um rund einen Prozentpunkt. Im Bereich Wohnen, Wasser, Strom, Gas und sonstige Brennstoffe stiegen die Preise im Jahresvergleich um 1,2 Prozent, während die Preise in der Unterkategorie Strom, Gas und sonstige Brennstoffe um 3,9 Prozent sanken. Die Gaspreise gingen um 1,1 Prozent und die Preise für flüssige Brennstoffe um 9,4 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 zurück. Dies unterstreicht die Bedeutung des Energiesektors für die Disinflation im Berichtsmonat.
Energie- und Haushaltskosten
Die Auswirkungen auf den Energiesektor reichten über die Haushaltskosten hinaus. Der Transportsektor legte im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 % zu, da günstigere Kraftstoffe Preissteigerungen in anderen Bereichen teilweise ausglichen. Kraftstoffe und Schmierstoffe für persönliche Transportmittel sanken im Jahresvergleich um 6,5 %, was den Druck auf die Reisekosten verringerte, obwohl einige Komponenten wie Gebrauchtwagen um 5,8 % teurer wurden. Die Preise für Bekleidung und Schuhe fielen um 1,6 % und trugen so zum Rückgang der Gesamtinflation bei, während einige andere Warengruppen leichte Preisanstiege verzeichneten.
Dienstleistungen blieben ein wichtiger Treiber des Preisanstiegs, insbesondere im Freizeit- und Tourismussektor. Restaurants und Hotels verteuerten sich um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr, wobei Restaurantdienstleistungen um 4,7 % und Beherbergungsdienstleistungen um 5,8 % zulegten. Sonstige Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 4,3 %, darunter auch Körperpflegeprodukte und Versicherungsartikel. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,6 % und hielten die Kosten für Lebensmittel des täglichen Bedarfs trotz sinkender Preise für Energieartikel weiterhin im Aufwind.
Neu berechneter Index und EU-Vergleich
Statistik Austria veröffentlichte die Januarzahlen mit dem neuen Basisjahr 2025 und einem aktualisierten, an die aktuellen europäischen Standards angepassten Klassifizierungssystem. Diese Änderungen können Auswirkungen auf die zeitliche Entwicklung bestimmter Gruppierungen haben. Laut Statistik Austria bietet der harmonisierte Inflationsindex einen vergleichbaren Vergleich innerhalb der EU-Mitgliedstaaten, während der nationale Verbraucherpreisindex weiterhin der wichtigste Indikator für die Inflation im Inland ist. Im Euroraum lag die Inflationsrate im Januar bei 1,7 % und damit über dem Durchschnitt der Eurozone für diesen Monat.
Die Bestätigung einer jährlichen Inflationsrate von 2,0 % im Januar folgt der vorherigen Schätzung des Statistikamtes und markiert den niedrigsten Stand der Inflation seit Dezember 2024, als sie zuletzt ein vergleichbares Tempo aufwies. Laut Statistik Austria waren der Rückgang der Strompreise im Vergleich zum Vorjahr und niedrigere Energiekosten maßgeblich für das Ergebnis im Januar, während die Inflation im Dienstleistungssektor den Gesamtindex weiterhin hoch hielt. Der Verbraucherpreisindex und das harmonisierte Maß werden anhand eines breiten Warenkorbs berechnet, der die Konsumgewohnheiten der Haushalte widerspiegelt. – Von Content Syndication Services.
