Wissenschaftler der Polytechnischen Universität Tomsk (TPU) haben Russlands erstes theranostisches Paar Original-Radiopharmaka entwickelt und patentiert, das sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt werden soll. Laut der Pressestelle der TPU wurde die erste Phase der klinischen Pilotstudien erfolgreich abgeschlossen, was einen bedeutenden Fortschritt in der russischen Krebsforschung darstellt.

Die Entwicklung ist Teil eines wachsenden Forschungsgebiets namens Theranostik , das diagnostische und therapeutische Anwendungen in einem einzigen Ansatz zur Krebsbehandlung vereint. Bisher waren weltweit nur zwei theranostische Moleküle verfügbar, die beide von ausländischen Unternehmen entwickelt wurden und auf neuroendokrine Tumore und Prostatakrebs abzielen.
Die Leistung der Tomsker Wissenschaftler stellt Russlands erste im Inland entwickelte Alternative auf diesem Gebiet dar. Roman Zelchan, leitender Forscher am Oncoteranostik-Forschungszentrum der Forschungsschule für chemische und biomedizinische Technologien der TPU, betonte die Bedeutung dieses Durchbruchs. „Wir können mit Sicherheit sagen, dass die Polytechnische Universität Tomsk das erste inländische Theranostikpaar entwickelt hat “, erklärte er.
Theranostik verstehen: Die Zukunft der Krebsbehandlung
Zelchan ist zudem leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Radionuklidtherapie und Diagnostik am Tomsker Forschungsinstitut für Onkologie, das zum Tomsker Medizinischen Forschungszentrum gehört. Die neu entwickelten Radiopharmaka basieren auf der BQ-PSMA-Verbindung und ermöglichen sowohl diagnostische als auch therapeutische Anwendungen. In Kombination mit dem diagnostischen radioaktiven Isotop Technetium-99m fungiert die Verbindung als „Signalgeber“ zur Identifizierung von Tumorzellen.
Die therapeutische Version mit Lutetium-177 verbessert die Fähigkeit der Verbindung, Krebszellen gezielt anzugreifen und effektiv zu zerstören. Prostatakrebs ist nach wie vor eine der weltweit am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen und betrifft etwa jeden achten Mann im Laufe seines Lebens. Die Einführung dieser russischen Theranostik- Technologie könnte die Behandlungsmöglichkeiten erweitern und die Behandlungsergebnisse für Patienten verbessern.
Die Forscher der TPU sind überzeugt, dass ihre Entwicklung einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der personalisierten Krebsbehandlung in Russland und darüber hinaus darstellt. Mit weiteren klinischen Studien und behördlichen Zulassungen könnte das Theranostikpaar möglicherweise ein integraler Bestandteil moderner onkologischer Protokolle werden. Dieser Durchbruch steht im Einklang mit einer breiteren Initiative in Russland, die heimische Pharma- und Medizintechnikbranche zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Innovationen zu verringern. – Von Eurasian Newswire News Desk.
